Lösung für Atommüll gefunden!

Wikinger-Schach mit Atommüll © 2014 www.jeromegerull.de

Wikinger-Schach mit Atommüll
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Eigentlich hätte Atommüll-Roulette besser gepasst, gleicht doch der offizielle Umgang mit dem hochbrisanten Thema „Atommüll“ eher dem absoluten Glücksspiel, als der Treffgenauigkeit, die beim Wikinger-Schach zum Erfolg führt.

Am letzten Freitag stellte das LAgAtom die Passant_innen in der Lüneburger Bäckerstraße auf die Probe: Die Aktivist_innen des Aktionsbündnisses verteilten rund 80 kleine Atommüllbehälter, die vom Volumen her ungefähr der Menge entspricht, die auf jede Bundesbürgerin und jeden Bundesbürger entfallen würde, wenn wir das Gesamtvolumen von rund 700.000 m3 (alle Müllkategorien zusammen genommen) zugrunde legen, was bereits angefallen und bis 2080 noch produziert wird.

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Uwe Schult – ein langjähriger, erfahrener Aktivist, hat die Aktion mitentwickelt und war auch mit seinem auffälligen, mit vielen Informationen ausgestatteten Fahrradanhänger dabei. Foto: © 2014 www.jeromegerull.de

Die Zahlen von Wolfgang Neumann beeindruckten auch die „Beschenkten“ in der Lüneburger Innenstadt. Es kam zu langen Diskussionen und guten Gesprächen, in den rund 2 Stunden, die der Stand in der Fußgängerzone aufgebaut war. Auch jede Menge Sachinformationen gingen dort über den Tisch. So beteiligte sich die BI-Umwelschutz Lüchow-Dannenberg am LAgAtom-Stand und hatte viele interessante Materialen imGepäck.

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Die Karte aller Atommülllagerstätten quer durch die Republik. Sie ist Bestandteil des im August 2013 erschienenen „Atommüll-Sorgenberichts“, der inzwischen auch auf einer eigenen Web-Site zu durchstöbern ist. Foto: © www.jeromegerull.de

Auch wurde der schon legendäre Fahrradanhänger von Uwe Schult zur Infowand, die unter anderem eine Karte der Bundesrepublik mit allen möglichen Atomstandorten und Atommülllagerstätten zeigt. Sie ist Bestandteil einer Forschungsarbeit, dem so genannten „Atommüll-Sorgenbericht“ (genauer Titel: „Atommüll – Eine Bestandsaufnahme für die Bundesrepublik Deutschland: Sorgenbericht der Atommüllkonferenz“), der erst im letzten Jahr erschien. Auch dieses 272 seitige Werk war am Stand einsehbar. Mittlerweile sind die Daten auch auf der Web-Site: www.atommuellreport.de abrufbar, durchsuchbar, nach Standorten gegliedert und wirklich übersichtlich verarbeitet. Ein Blick darauf lohnt sich.

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung:
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Veranstaltungen in Lüneburg, Uelzen, Hitzacker und Gorleben „In Gedenken an Sébastien“

Vor zehn Jahren – Am 7. November 2004 wurde der französische Atomkraftgegner Sébastien Briat vom Castor-Zug aus
dem französischem La Hague nach Gorleben nahe der Stadt Avricourt erfasst und getötet.
Die genauen Umstände, die zu diesem Unglück führten, wurden nie zweifelsfrei geklärt. Fest steht, dass
Sicherheitsvorschriften seitens der französischen Bahn nicht beachtet wurden. Der Zug fuhr viel zu schnell, um
rechtzeitig bremsen zu können. Der Begleithubschrauber war gerade beim Tanken. Der Zug sollte eine Verspätung
aufholen, die durch eine vorausgegangene Blockade entstanden war. Der damals 22-jährige Sébastien wurde vom Zug
erfasst, als er gerade die Gleise verlassen wollte.

Sebastien war einer von uns, deshalb wollen Anti-Atom-Initiativen in Lüneburg Uelzen und Gorleben an ihn erinnern.


  Freitag, 7. November 2014 18.00 Uhr Kundgebung und Mahnwache – Bahnhofsvorplatz Lüneburg

 Freitag, 7. November 2014 20.00 Uhr Lesung mit Cécile Lecomte – SoZ,   Uelzen

 Samstag, 8. November 2014 19.00 Uhr Lesung mit Cécile Lecomte – Café Albis, Haupstraße 3, Hitzacker

 Sonntag, 9. November 2014 12.30 Uhr Salinas Gelände-Atomanlagen Gorleben, Einweihung Mahnmal und Mahnwache, anschließend 13.00 Uhr Sonntagsspaziergang


Sébastien wuchs mit Vater, Mutter und zwei jüngeren Schwestern in einem
kleinen Dorf in Lothringen auf. Er war ein guter Schüler und “eher
bescheiden”, wie sich ein Lehrer erinnert.
Sébastien spielte seit seiner Jugend Rugby, war die Nummer 9 in seinem
Club. Vor seinem Tod war er mit Menschen zusammen, die Spaß an Musik,
Straßentheater und Zirkus hatten, in den Tag hinein zu leben und sich
“Car’pe Diem” nannten. Sie träumten davon, einen alten Bus umzubauen, um
damit loszuziehen. Sébastien machte sich gerne überall nützlich, sagen
Freund_innen. Sie nannten ihn “Liebling“. Zudem engagierte er sich in
einer Anti-Atom-Gruppe, die gegen ein Untergrundlabor in Bure kämpfte,
das nach einer Tiefenerkundung zum Endlager für hochradioaktiven Abfall
in Frankreich werden soll. Weiterlesen

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Kontroverse Diskussionen im „HZG-Dialog“ über die Genehmigungs-Lage des Reaktordruckbehälters des Nuklearschiffes „Otto Hahn“

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Reaktordruckbehälter der Otto Hahn Foto: Alexander Tetsch (www.neureuters.de)

Neben dem eigentlichen Atomforschungsreaktor befindet sich auf dem Gelände des Helmholtz Zentrums Geesthacht (vormals GKSS) auch der Reaktordruckbehälter der Otto-Hahn, des einzigen deutschen Atomschiffes. Ende der 60er in Betrieb genommen, stellte sich schon gut 10 Jahre später die Idee eine Frachtschiffes mit Atomantrieb als Flop heraus.

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Lagerungsschacht des RDB Foto: Alexander Tetsch (www.neureuters.de)

Der Reaktordruckbehälter war damit Atommüll, der entsorgt werden musste. Wie in anderen Fällen auch wurde jedoch die Entsorgungsproblematik vertuscht. Abgenutzte Brennelemente gingen zur angeblichen Wiederaufarbeitung nach England und Frankreich, Abfälle aus der Urananreicherung werden als Wertstoffe deklariert  und der Reaktordruckbehälter der Otto Hahn wurde zum Forschungsobjekt. Alles mit dem Zweck, das Problem mit dem Atommüll nicht in die Öffentlichkeit gelangen zu lassen. Gut 30 Jahre nach der Einlagerung des Druckbehälters ist die Genehmigungslage spätestens nach Einstellung des Forschungsbetriebes äußerst fragwürdig. Weiterlesen

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Hintergrundinformationen zum HZG-Dialog auf www.lagatom.de neu gestaltet

Fast zwei Jahre ist LAgAtom nun schon Teil der Begleitgruppe im Dialog zum Rückbau der Atomforschungsanlagen des Helmholtz-Zentrum-Geesthacht. Anlass genug, die Hintergründe auf dieser Seite umfangreich darzustellen.

Hier findet Ihr Infos zum:

HZG-Dialog

Stand der Dinge in Stichworten

Stilllegung von Atomanlagen in Geesthacht und anderswo 

Artikel auf www.LAgAtom.de

Begleitgruppe und Dialogprozess

Newsletter, Texte, Vorträge als Downloads

Schaut mal rein und lest euch fest. Wir werden in Zukunft diese Seiten regelmäßig aktualisieren.

 

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Pakt mit der NPD! – Das wahre Gesicht der AfD

Entsetzen löst eine Meldung aus Mecklenburg-Vorpommern aus. Die AFD hat einen Antrag der NPD nicht nur mitgestimmt. Allein dies würde schon jeder unter den demokratischen Parteien verabredeten Linie widersprechen! Ein AFD-Abgeordneter hat einen aktiven Redebeitrag dazu geliefert!! Und er hat sich in der NDR-Sendung damit raus reden wollen, einem Antrag, den er sachlich richtig fände, würde er immer zustimmen. Egal, wer ihn stellt.
Diese Distanzlosigkeit zeigt in aller Klarheit, wes Geistes Kind diese nationalistische Truppe ist, die sich beim Stimmenfang billigster Meinungsmache bedient. Wer die AFD wählt, muss sich für die Zukunft eingestehen, dass dies die Nazis stützt!
Nur der Vollständigkeit halber, denn ein Antrag der NPD ist eigentlich keine Zeile wert: der Antrag greift das seit Jahrhunderten geschützte Recht des Kirchenasyls an! Man mag zu Religion als solches stehen wie man will, aber ohne diesen geschützten Raum unter dem Dach der Kirchen hätte es zum Beispiel die ganze DDR-Bürgerbewegung und letztlich den Mauerfall nicht gegeben. Kirchenasyl hat sich unzählige Male da bewährt, wo kurzsichtiges, bürokratisches Handeln zu menschlichen Tragödien führte!
Dass sich auch die AFD-Führung in Schwerin von diesem unglaublichen Vorgang in Pasewalk nicht distanzieren wollte beweist, dass es bei dieser Partei nicht um einen Aufbruch sondern um einen Rückfall in finsterste deutsche Zeiten handelt!
Petra Kruse-Runge
Hintergrund:

 

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Neuer Newsletter zu HZG-Dialog erschienen

Alle reden über die Kommission um die Endlagersuche. Die reden um den heißen Brei. Aber das eigentliche Problem ist viel größer.

Nicht nur für den hochradioaktiven Müll gibt es keine Lösung. An den Standorten mit AKW-Rückbauten entstehen Berge von schwach- und mittelradioaktiven Atommüll und leicht strahlendem Freimessungsmüll. Und so wirklich weiß man auch hier nicht, wie lange man mit dem Problem noch da steht. Und wenn der Müll abtransportiert ist, ist er ja auch nicht weg  – sondern wo anders.

Während das Problem sonst überall von Regierungen und Atomanlagenbetreibern verschleiert wird, hat sich das Helmholtz-Zentrum-Geesthacht (besser bekannt als GKSS) vorgenommen, einen offenen und transparenten Bürgerdialog zu betreiben. Im Rahmen des HZG-Dialogs – LAgAtom ist Teil der Begleitgruppe- ist nun ein neuer Newsletter erschienen.

Schwerpunkt ist diesmal, wie lange der beim Rückbau entstehende Atommüll in Geesthacht bleiben soll und warum es vermutlich dann doch länger dauern wird. Außerdem gibt es Infos zu den laufenden Baumaßnahmen und dem Stand des Genehmigungsverfahrens.

Mehr Infos zur allgemeinen Atommüllmisere bietet die recht neue Seite www.atommüllreport.de

Newsletter „HZG im Dialog“ der Begleitgruppe „Stilllegung Atomanlagen des HZG (ehem. GKSS)” und des Helmholtz-Zentrums Geesthacht download oder hier weiterlesen

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Ab Übermorgen: Anti-Atom-Festival eVentschau 2014

Benefiz für die Kinder von Tschernobyl und Fukushima

Festival-Grundstück von oben

Das Festival-Grundstück in Ventschau bei Dahlenburg von oben

Nach dem Erfolg des e.ventschau-Festivals im August 2013 wird das Anti-Atom-Event, das im vergangenen Jahr 7000 Euro Spendengelder für die Kinder von Tschernobyl brachte, in die zweite Runde gehen. Wo? In Ventschau, einem Dorf bei Dahlenburg. Wer mit dem Auto kommt, sollte Richtung Tosterglope-City anfahren und dann „Zum Bruch 1“ in Ventschau ansteuern.

Die Spendengelder des Benefizes gehen an die Kinder von Tschernobyl und Fukushima. Mit den Einnahmen werden zum Beispiel Familien unterstützt, die aus verstrahlten Gebieten umsiedeln wollen. Spendenempfänger ist auch die Kinderklinik in Fukushima, deren ehrenamtliche Helfer_innen sich der strahlengeschädigten Kinder annehmen und dort kostenlose Nothilfe leisten. Start des e.Vents ist der kommende Freitag 17 Uhr, aufgeräumt wird am Sonntag ab 14 Uhr.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI) gehört zu den Unterstützern des Open Air und sammelt schon seit geraumer Zeit Spendengelder für dieses Projekt. Die BI ist auf der zweitägigen Veranstaltung mit einem Infopunkt und Berichten von den Japan-Reisen ihrer Vorstandsmitglieder präsent.

Musik und Vorträge wechseln einander ab. Unter anderem wird über das sich auswachsende Atommülldesaster und den bröckelnden „Schacht Konrad“ informiert. Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW wird wie auch der Wissenschaftsjournalist Alexander Neureuther über die Situation in den verstrahlten Gebieten von Fukushima informieren. Die BI informiert über das verkorkste Suchverfahren nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle.

Für´s leibliche Wohl und ein Kinderprogramm ist ebenfalls gesorgt, wer möchte, kann auch vor Ort campieren. In diesem Jahr kommen folgende Bands auf die Bühne: am Freitag spielen Heinrich von Handzahm, Satostelamanderfanz, Who Killed Frank, Schwimmer und am Samstag sorgen Soundyard, Lünedrums, Dervjani, Holger Burner, Kolkhorst, Ben Tuner und STOPPOK für das Musikprogramm. Es wird kein Eintrittsgeld verlangt! Die Spendendosen gehen rum.

Line-Up: http://www.widerspass.de/Line-Up.html

(Quelle: Newsletter der BI-Umweltschutz-Lüchow-Dannenberg e.V. – Natürlich gehört das LAgAtom auch zu den Unterstützer_innen des Festivals – warum aber das Rad zwei Mal erfinden, wenn die PM der BI doch so schön ist 😉 )

 

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Die reden mit der Atomindustrie, spinnen die denn? — Chancen der Bürgerbeteiligung im Dialog!

Abschalten und gut? – Risiken beim Rückbau von Atomanlagen!

Nach rund 50 Jahren Forschungsbetrieb hat die GKSS (heute HZG) in Geesthacht den Betrieb ihres Atomforschungsreaktors eingestellt. Wie an vielen anderen AKW-Standorten steht jetzt der Rückbau an.
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Info- und Diskussionsveranstaltung Donnerstag 03.07.14 19:00

Wagenplatz Wienebüttel, Lüneburg

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Aber sind damit alle Probleme aus der Welt? Wir als Anti-Atom-Inititative denken nein: Zerlegungsarbeiten, Dekontamination, Konditionierung, Atomtransport ins Ausland, unsicher Endlagerung und vor allem die Praxis der Freimessung bergen neue Risiken und Gefahren, die im Gegensatz zum Leistungsbetrieb wenig im Blick der Öffentlichkeit sind. Daran möchten wir mit einer Infoveranstaltung am 03.07.2014 ab 19:00 auf dem Wagenplatz Wienebüttel etwas ändern.
An allen Rückbaustandorten gibt es derzeit die Forderung nach einer umfassenden Bürgerbeteiligung. Die GKSS /HZG hat vor knapp 3 Jahren offensiv das Angebot eines Dialogs auf Augenhöhe gemacht. Seit dem sitzt auch Bernd Redecker für LAgAtom mit in der Begleitgruppe zur „Stilllegung der Atomforschungsreaktors“ und redet mit der Atomindustrie. Ja spinnt der denn? Wir denken nicht und halten den bisherigen Dialogprozess für eine Möglichkeit, Einfluss zu gewinnen, um damit die bestehenden Risiken zu minimieren. Um dabei aber nicht betriebsblind zu werden, wünschen wir uns eine kritischen Diskussion des Dialogprozesses.  Denn die Beispiele für Mediationsprozesse, die letztlich nur der Einbindung und Einschläferung des Widerstandes dienten, sind zahlreich. In diese Falle möchten wir nicht tappen und sind gespannt auf Eure  Anregungen und Fragen am 03. Juli.

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Gewinne einstreichen — Kosten und Verluste sozialisieren?

Nicht mit uns!

Das Thema scheint gerade wieder vom Tisch zu sein. Aber wir kennen es: Die Salamitaktik beherrscht das politische Geschehen… Im Mai noch als Versuchsballon gestartet, wird nun hinter verschlossenen Türen ausgekungelt und in ein paar Monaten kommt das Thema dann mit neuer Kraft auf den Tisch…

Die Atom-Industrie kann rechnen und sie verfährt mit allen Risiken, wie eh und je: Sie wollen sie abwälzen auf die Bevölkerung. Das war schon mit den gesundheitlichen und Umwelt-Risiken seit Anbeginn der Atomkraftnutzung so und nun soll es mit dem Rest auch so kommen.
Die Atomkraftwerke liefen nie wirklich rentabel, für die Atomindustrie war das aber zu keinem Zeitpunkt ein Problem: Strichen sie doch von Anfang an astronomische Subventionen ein, durch deren Hilfe Atomkraftwerke zu Goldeseln mutierten.

Nun mit den Veränderungen auf dem Energiemarkt, seit dem Mehrfach-SuperGAU in Fukushima Daiichi und dem daraufhin beschlossenen und bislang geplanten Umbau der Energiewirtschaft, sowie den Mechanismen der Strombörse geriet die Atomkraft zunehmend in Bedrängnis und warf nicht mehr jene Profite ab, die sich die drei großen Energieunternehmen davon erhofften.
Auch versäumten diese Unternehmen die Investitionen in den Markt der erneuerbaren Energien, so dass plötzlich nicht nur das Atomgeschäft, sondern die gesamte Konzernstruktur wackelt.
Was liegt da näher, als sich dessen zu entledigen, was bereits am Horizont aufscheint: Die Milliarden teuren Abwicklungen, Abbauten und nicht zuletzt die „Endlagerung“ der strahlenden Hinterlassenschaften.

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BUND zur Entscheidung in die Endlagersuchkommission zu gehen und Erwiderung von Initiativen

Wir stellen hier die Presseerklärung des BUND als Begründung für ihre Entscheidung in die Endlagersuch-Kommission zu gehen, der Erwiderung durch ContrAtom entgegen. Da es beide Sichtweisen im LAgAtom gibt – ohne sie jeweils zu quantifizieren – wollen wir hiermit einen Beitrag zur weiteren Bewertung und Diskussion dieses Themas leisten. Denn Eins ist uns als Bündnis vieler Gruppen wichtig, der Gegner bleibt die Atom-Industrie und ihre Lobby. Eine Spaltung in die „Guten“, die sich nicht an der Kommission beteiligen, und dem „bösen“ BUND darf es nicht geben, auch wenn sich die Beteiligung des BUND vermutlich als Fehler erweisen wird.

Warum der BUND in die Endlager-Kommission geht
Nach einer breiten, intensiven, teilweise kontroversen Diskussion hat der Gesamtrat des BUND – in dem die VertreterInnen der Landesverbände, des wissenschaftlichen Beirates und der Bundesvorstand sitzen – am 12. April mit großer Mehrheit entschieden, einen der beiden Plätze in der Kommission zum Endlagersuchgesetz zu besetzen. Diese Entscheidung hat im Verband viele Fragen und Kritik ausgelöst. Weshalb der Schritt aus niedersächsischer Sicht richtig ist, möchten wir hier erläutern.Der BUND fordert auf allen Ebenen die Verbändebeteiligung und die Bürgerbeteiligung. Das muss auch für die Suche nach einem Atommülllager gelten. Wir haben in Niedersachsen unsere leidvollen Erfahrungen, was geschieht, wenn durch Tricksereien, Vertuschungen und durch falsche Sicherheitsversprechungen angeblich alle Fragen beantwortet werden. Gorleben, Morsleben, Asse und Schacht Konrad sind hinreichend Beispiele dafür.Deshalb müssen wir denen, die Entscheidungen über die Sicherheit für eine Million Jahre (!) fällen, eindringlich auf die Finger schauen, denn Niedersachsen wird auch von der zukünftigen Suche nach einem Lager betroffen sein. Deshalb müssen wir von Anfang an dabei sein und für Transparenz und Öffentlichkeit sorgen, nicht von außen, sondern von innen, aus der Kommission heraus.Wir wollen verhindern, dass das sogenannte Standortsuchgesetz als „Gorleben-Absicherungsgesetz“ missbraucht wird, um Gorleben gerichtsfest zu machen. Wir müssen deshalb mit am Tisch sitzen und unserer Forderung nach einer Evaluierung des Gesetzes deutlich Nachdruck verleihen. Die Novellierung des Gesetzes wird der erste Test, ob alle Beteiligten daran interessiert sind, aus dem parteipolitischen Konsens einen gesellschaftlichen Konsens mit einer breiten Öffentlichkeitsbeteiligung zu machen. Das ist mehr als eine einfache Anhörung.

Wir sind sicher, dass es richtig ist, sich hier nicht zu verweigern, sondern Einfluss auf die Diskussion in der Kommission zu nehmen. Nur so können wir beurteilen, ob die richtigen Wege beschritten werden. Die Bundesversammlung des BUND wird 2015 überprüfen, ob es einen ernsthaften Neuanfang gibt oder eine neue Mogelpackung entsteht. Ganz klar ist: Für Letzteres steht der BUND nicht zur Verfügung.

Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND Niedersachsen
Heiner Baumgarten, Landesvorsitzender des BUND Niedersachsen

Quelle: Presseerklärung des BUND vom 30.04.2014

Anti-Atom-Gruppen lehnen Beteiligung an Atommüll-Kommission ab
Nachdem es eine breite Diskussion über die Teilnahme von Umweltverbänden an der „Endlager“-Kommission innerhalb der Bewegung gab, die in einer geschlossenen Ablehnung einer Teilnahme endete [1], ist der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) aus der Runde ausgestiegen und hat im Alleingang seine Teilnahme beschlossen. Es ist sehr bedauerlich, dass der BUND durch seine Beteiligung an der Kommission nun die „Endlagersuche“ unter wissenschaftlich und politisch völlig untragbaren Bedingungen legitimieren wird. Durch die Teilnahme von Umweltverbänden wird in der Bevölkerung der Anschein erweckt, dass dort unvoreingenommen nach einer Lösung gesucht werden soll. Das dies nicht der Fall ist, haben die Umweltverbände in ihren Stellungnahmen deutlich gemacht. [2]
Aus Sicht vieler Anti-Atom-Initiativen ist Vertrauen in die Politiker*innen, die Atomkraftwerke bis 2022 weiter betreiben wollen und gleichzeitig den unbefristeten Weiterbetrieb von Atomfabriken in Gronau und Lingen und damit eine weitere Produktion von Atommüll ermöglichen, fehl am Platz. Die Eile, die von Seiten der parlamentarischen Ebene in Sachen des hochradioaktiven Atommülls an den Tag gelegt wird, ist nach Ansicht der Atomkraftgegner*innen hinsichtlich eines Atomausstiegs auf ganz anderen Ebenen geboten. Die geplante Restlaufzeit der Atommeiler sowie der Export von Atomtechnologie bergen erhebliche Risiken, die eine sofortige Abschaltung erforderlich machen. Auch bei der Urananreicherung, dem weltweiten Vertrieb von Kernbrennstoffen und nicht zu Letzt der Suche nach einem weniger schlechten Umgang mit Atommüll ist schnelles Handeln gefragt.Unserer Ansicht nach dient diese Kommissionen, in der Politiker*innen und Atomwirtschaft die Diskussionsbedingungen diktieren, nur als Feigenblatt und letztendlich zur Durchsetzung des ungeeigneten Lagers in Gorleben.Wir, als Anti-Atom-Initiativen sind überzeugt davon, dass es kein sicheres „Endlager“ geben kann, da niemand über Millionen Jahre voraus planen kann. Bestätigt wird diese Position von den vielfältigen Problemen im einzigen „Versuchs-Endlager“ Asse. Dieses Lager ist bereits nach dreißig Jahren havariert und muss mit Milliardenaufwand über Jahrzehnte geräumt werden. Wahrscheinlich gibt es einen weniger schlechten Umgang mit Atommüll, aber ein „Endlager“ wird eine Illusion bleiben.Daher möchten wir betonen, dass die Teilnahme des BUND an der Kommission nicht in unserem Namen erfolgt. Die Kriterien für die Standortsuche, die von dem Gremium entwickelt werden, werden nicht unsere sein und wir stellen bereits jetzt klar, dass wir uns ihnen nicht verpflichtet fühlen werden.

Dies ist eine gemeinsame Pressemitteilung folgender Initiativen:
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ e.V.
AKU Wiesbaden
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
BI Kiel gegen Atomanlagen
ContrAtom
AntiAtomGruppe Freiburg
Anti-Atom-OWL
anti-atom-plenum Berlin
Arbeitskreis gegen Atomanlagen Frankfurt am Main
anti-atom-büro Hamburg
Systemoppositionelle Atomkraft Nein Danke Gruppe Hamburg (SAND)
FelS – Für eine Linke Strömung (iL)
BI AntiAtom Ludwigsburg
AntiAtomPlenum Göttingen
Anti-Atom-Initiative Göttingen
atomkraftENDE.darmstadt*
Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
Meßstelle für Arbeits- und UmweltSchutz, Bremen (MAUS e.V.)
Initiative für den Sofortigen Atomausstieg, Münster (SofA)
Aktion 3.Welt Saar
Anti_Atom_Plenum Köln
Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atom (LAgA)
WAAG – Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe
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