Stilllegung von Atomanlagen in Geesthacht und anderswo

Rückbau von Atomanlagen ein Thema, dass plötzlich in aller Munde ist, spätestens nach dem Vorstoß der Energieversorger, die Kosten und Risiken auf die Allgemeinheit abzuwälzen.

1. Festlegung der Stilllegungsstrategie

Der erste Schritt im Stilllegungsverfahren ist die Festlegung der Stilllegungsstrategie. Zwei Optionen und eine Mischform sind hier zu prüfen – „Sicherer Einschluss“ versus „sofortiger Rückbau“. Beide Bezeichnungen sind dabei  irreführend  – weder ist der „sichere Einschluss“ besonders sicher, noch beginnt der „sofortige Rückbau“ sofort.

Bei der ersten Variante werden alle Zu- und Abwege zum Reaktor verschlossen und dieser in einen wartungsfreien Zustand überführt. So können dann Nuklide mit einer kurzen Halbwertszeit abklingen. Die Strahlenbelastung, insbesondere auch für die Arbeiter, wird dadurch reduziert. Da derzeit völlig unklar ist, wohin mit dem strahlenden Müll und wie er später „verpackt“ werden soll, gewinnt man so zusätzlich an Zeit, für eine vernünftige, bedachte Suche nach einem Endlager. Der eigentliche Rückbau erfolgt erst in  mehreren Jahrzehnten. Derzeit befindet sich z.B. AKW Lingen I im sicheren Einschluss. Beim sofortigen Rückbau wird nach einer mehrjährigen Genehmigungsphase mit dem Rückbau begonnen, ohne die Abklingzeit der kurzlebigen Nuklide abzuwarten.

Schon vor Beginn des Dialogprozesses hatte sich die  HZG für diese Stilllegungsvariante entschieden. Die Anti-Atom-Bewegung fordert für jeden Standort eine spezifische, individuelle und nachvollziehbare Entscheidung für die jeweilige Stilllegungsvariante.

Reaktorbecken Foto: Alexander Tetsch www.Neureters.de

Die Begleitgruppe hatte deshalb gleich zu Beginn des Dialogprozesses die Begutachtung des Antrages durch den neutralen Gutachter Wolfgang Neumann gefordert. Aufgrund dessen Ergebnissen hat dann die Begleitgruppe dem Stilllegungsantrag zugestimmt. Hauptargument war dabei, dass der Atomforschungsreaktor in Geesthacht –im Gegensatz zu Leistungsreaktoren– kein geschlossenes Containment hat – es gibt hier keinen Reaktordruckbehälter sondern der Reaktor „schwimmt“ in einem Schwimmbecken. Damit ist es ohne größere Umbauten nicht möglich, die Anlage in einen „sicheren Einschluss“ zu überführen. Ob gegebenenfalls ein Teileinschluss des Reaktorbeckens sinnvoll wäre, wird noch geprüft.

2. Entfernung der Kernbrennstoffe

Savannah River Site Foto: www.srswatch.org

Vor Beginn der eigentlichen Rückbaumaßnahmen muss die Anlagen kernbrennstofffrei sein. Das ist eine zentrale Forderung der Anti-Atom-Bewegung, die leider z.B. beim Rückbau des AKW Obrigheim nicht umgesetzt ist. Hier liegen die Brennelemente noch im Nasslager, während auf dem Gelände schon der Rückbau läuft.

Der Atomforschungsreaktor in Geesthacht ist bereits seit dem  24. Juli 2012 kernbrennstofffrei. Die letzten Brennelemente wurden über Nordenham an das US Department of Energie geliefert. In der Anlage Savannah River Site in  South Carolina. Hier befindet sich eine Anlage zur Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen aber auch eine wichtige US-Atomwaffenschmiede. Eine Studie von 2007 belegt, dass Mitarbeiter von Savannah River Site signifikant häufiger an Lungenkrebs und Leukämie erkranken als die Normalbevölkerung (http://www.cdc.gov/niosh/oerp/savannah-mortality/). Was mit den Brennelementen der HZG konkret geschieht, entzieht sich derzeit unserer Kenntnis. Aber hier sehen wir im weiteren Dialogprozess die Notwendigkeit, dass die HZG  Verantwortung für ihre Hinterlassenschaften übernimmt. Weitere Brennelemente wurden in früheren Jahren in die Wiederaufarbeitungsanlage Dounreay transortiert. Dort lagern die flüssigen, radioaktiven Reststoffe bis heute in einem unterirdischen Tank. Als Konditionierungsverfahren ist eine Zementierung in 560 Liter Fässern vorgesehen.  Die Rücklieferung nach Deutschland muss zwischen 2018 und 2022 abgeschlossen sein.

3. Genehmigungsverfahren

Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren für die Stilllegung. Zuständige Behörde ist hier das MELUR in Kiel. In einem etwa 3-5 Jahre dauernden Verfahren werden die eingereichten Pläne geprüft. Als externe Gutachter wurde der TÜV Nord SysTec vom Land Schleswig Holstein beauftragt. Im Beantragungsverfahren für die Stilllegungs- und Abbaugenehmigung (SAG) ist eine Bürgerbeteiligung vorgesehen. Allerdings lässt das Gesetz auch eine Aufteilung in mehrere SAGen zu. In diesem Fall ist eine Bürgerbeteiligung nur für die 1. SAG notwendig. In Obrigheim hat das dazu geführt, dass in der 1. SAG, nur relativ oberflächlich, die geplanten Arbeitsschritte beantragt wurden. Es gibt keine radiologische Charakterisierung und keine Störfallszenarien.  Für die derzeit laufende 2. SAG gibt es keine Bürgerbeteiligung. Dagegen klagt die BI vor Ort.

Infos: www.atomerbe-obrigheim.de

Im Stilllegungsverfahren für die HZG-Anlagen hat diese keine Aufsplittung  in mehrere SAG-Anträge vorgenommen.

4.  Rückbau,  Konditionierung, Freimessung

Liegt dann die atomrechtliche Genehmigung vor, können die eigentlichen praktischen Arbeiten beginnen – und damit die Punkte, bei denen es gefährlich wird. In Geesthacht wird es bis dahin vermutlich noch mindestens drei Jahre dauern. Im Rahmen des HZG-Dialoges nähern wir uns gerade langsam den Detailfragen.

Der Atommüll muss für die Endlagerung verpackt und dafür vorher behandelt werden, um das Volumen zu reduzieren. Man spricht dabei von Konditionierung. Aber ist wirklich jeder Arbeitsschritt sinnvoll, notwendig und sicher? Wir denken: Nein. Durch die Konditionierung werden zig Atomtransporte mit den damit verbundenen Unfallrisiken notwendig. Mit dabei auch so wahnwitzige Unterfangen, wie den strahlenden Stahlschrott ins schwedische Studsvik zu verschiffen. An den Standorten mit Konditionierungsanlagen kommt als besonderes Problem hinzu, dass mit dem Abriss einer so großen Zahl von Atomanlagen auch große Mengen zu konditionierender Müll entstehen.

GNS-Hall Angershausen- Duisburg Fotomontage: www.duisburg-atomfrei.de

In Duisburg hat die GNS eine Genehmigung, 3300 Tonnen Atommüll jährlich zu bearbeiten – und das 100 m vom nächsten Supermarkt, 200 vom nächsten Mehrfamilienhaus, 400 m vom nächsten Kindergarten.

Infos: www.duisburg-atomfrei.de

In Braunschweig entsteht bei der Firma Eckert & Ziegler Nuclitec ein europaweites Zentrum zur Verarbeitung von Atomabfällen. Im Jahr 2010 befand sich etwa das 15-fache des Strahlungsinventars der Asse auf dem Betriebsgelände von Eckert & Ziegler. Wie in Duisburg alles in Nähe eines Wohngebietes und direkt neben Schulen, Kindergärten und einem Jugendzentrum. Die Direktstrahlung am Zaun in Braunschweig darf 15fach höher sein als die am Zwischenlagerzaun in Gorleben. Die zulässigen Ableitungswerte der Anlagen in Braunschweig für Americium und Jod sind übersteigen die Grenzwerte der Strahlenschutzverordnung um das 250 bzw. 500-fache.

Infos: www.biss-braunschweig.de

Ziel von LAgAtom im Rahmen des HZG-Dialogs wird es sein, die Atomtransporte in externe Konditionierungsanlagen auf ein Mindestmaß zu reduzieren und damit das Unfallrisiko und die Strahlenbelastung von Anwohnern von Konditionierungsanlagen zu minimieren.

Aber der Großteil des beim Rückbau entstandenen Mülls soll gar nicht konditioniert und als Atommüll behandelt werden. Mit Hilfe der sogenannten „Freimessung“ nach der Strahlenschutzverordnung wird ermöglicht, dass aus Atommüll „normaler“ Müll wird, der dann dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz unterliegt. Er kann dann, je nach der Höhe der radioaktiven Belastung, auf Deponien gelagert oder als Müll verbrannt werden oder zur freien Verwertung in den Wirtschaftskreislauf zurückkehren. Unter der damaligen Umweltministerin Angela Merkel wurde diese Möglichkeit 2001 in die Strahlenschutzverordnung aufgenommen. Ziel war es die Probleme der Betreiber bei der Entsorgung zu reduzieren und Kosten minimieren. So gibt E.On beispielsweise zu, dass die Möglichkeit, Metallschrott zu rezyklieren, statt ihn als Atommüll zu behandeln, eine Ersparnis von 4 Milliarden Euro bringt. Aber mit welcher Konsequenz? Im Rahmen des Rückbaus von Atomanlagen werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zigtausende Tonnen von leichtstrahlenden Materialien in die Umwelt entlassen. Im Falle der HZG rechnet der Betreiber mit 33.900 Tonnen. Darunter ist der Bauschutt des Bürogebäudes – aber auch Materialen aus dem Kontrollbereich, der zunächst gewaschen und geputzt werden muss, um die Kontamination unter den Grenzwert zu bekommen.

Abbildung verändert nach HZG

Dieser Grenzwert ist in der Fachwelt äußerst umstritten. Das zugrunde liegende 10-μSv-Konzept geht davon aus, dass auf 100 Millionen Menschen (männlich, erwachsen, gesund!), die ein Jahr lang dieser Strahlung ausgesetzt werden, 10 zusätzlich Krebstote pro Jahr zu beklagen sind. Materialien, die diesen Wert nicht überschreiten, dürfen nicht freigegeben werden. Die Inkaufnahme von 10 Toten ist schon für sich zynisch, jedoch kommen moderne Studien zu deutlich höheren, prognostizierten Sterberaten und heben zusätzlich die anderen aus der Strahlenbelastung resultierenden, nicht tödlichen Erkrankungen hervor (mehr im Strahlentelex Nr.662-663).

Insbesondere kritikwürdig ist zudem die unbeschränkte Freigaberegelung, bei der es nicht einmal vorgeschrieben ist, was mit den Materialien geschehen soll, noch wo sie verbleiben. So ist im Nachhinein in keiner Weise nachvollziehbar, ob z.B. auf der Deponie X schon leichtstahlender Müll aus AKW Y lagert, wenn der AKW-Betreiber Z seinen oben draufwerfen will. Die Strahlenbelastung für die AnwohnerInnen ist damit nicht kalkulierbar.

Mehr zur Problematik des Freimessens findet sich in einer neuen Studie des BUND.

Erste unangenehme Erfahrungen haben die Menschen in und um das im Rückbau befindliche AKW Obrigheim gemacht. Hier sollen 99% des Rückbaumaterials freigegeben werden und auf Normalmülldeponien der Umgebung landen (PM der Initiative AtomErbe Obrigheim zur Freimessung). Für den HZG-Dialog ist das Thema „Freimessung“ noch über Jahre nicht dran  – es wird dann aber sicher eines der prägenden Diskussionsthemen sein.

5. Endlagerung

Und dann – ab ins Endlager?

Reaktorbecken Foto: Alexander Tetsch www.neureuters.de

Die  HZG muss die Behälter mit Atommüll in der Transportbereitstellungshalle so lange lagern, bis das Bundesamt für Strahlenschutz den Abtransport anordnet. Die Entscheidung, wie lange der Atommüll in der Transportbereitstellungshalle verbleibt, liegt also nicht beim HZG. Der Begriff „Transportbereitstellungshalle“ erweckt dabei bewusst den Eindruck, dass es sich hierbei um kurze Zeiträume handelt, um zu verschleiern, dass daraus auch mal schnell Jahre oder Jahrzehnte werden können. Als Endlager vorgesehen ist der „Schacht Konrad“.  In dem ehemaligen Erzbergwerk bei Salzgitter wurde der Erzabbau 1976 schon nach 10 Jahren aus Kostengründen eingestellt. Auf der Suche nach neuen Optionen kam damals unter anderem der Betriebsrat auf die Idee, man könne das Bergwerk als Lagerungsstätte für Problemabfälle nutzen und ausbauen. Es begannen unter Leitung der bundeseigenen Gesellschaft für Strahlenschutz Erkundungsarbeiten für die Eignung der Grube als Endlager für schwachradioaktive Abfälle und Großkomponenten aus dem Abriss von Atomkraftwerken.

Von Beginn an wurde die Erkundung von Protesten aus der Bevölkerung begleitet. Im Juni 2002 wurden dann, trotz aller geäußerten Bedenken, der Planfeststellungsbeschluss erteilt, ohne das z.B. die Frage der Risiken durch die entstehenden Atomtransporte berücksichtigt wurden. Eine Klage der Stadt Salzgitter, der Gemeinden Vechelde und Lengede sowie einer Landwirtsfamilie gegen die Genehmigung wurde vom Bundesverfassungsgericht im Februar 2008  abgelehnt.

Schacht Konrad Foto: Alexander Tetsch www.neureuters.de

Der Kritik am Auswahlverfahren und der Eignung des Schachtes für die Atommülllagerung hat dies keinen Abbruch getan. Im Februar 2013 formuliert die niedersächsische Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag: „Für die rot-grüne Koalition steht daher fest, dass gravierende Fehler insbesondere bei der wissenschaftlichen Analyse, den defizitären Sicherheitskriterien und der mangelnden Bürgerbeteiligung tiefgreifende und langfristige schädigende Auswirkungen haben können.“ Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel fordert genau wie die Stadt Salzgitter, die dortige IG Metall (mit vielen Tausend Beschäftigten bei VW, den dortigen Stahlwerken etc.), dem Verein Landvolk Braunschweiger Land und der Bürgerinitiative AG Schacht KONRAD, dass sich die Kommission für die Auswahl eines Bundesendlagers für hochradioaktiven Atommüll auch um die Problematik der Lagerung von schwach- und mittelradioaktivem Müll kümmern solle und damit der „Schacht Konrad“ erneut auf den Prüfstand kommt. Wir als LAgAtom schließen uns, mit anderen Initiativen aus der Begleitgruppe, dieser Forderung an.  Es kann auch für die Menschen an den Standorten, mit Atomanlagen im Rückbau, nicht heißen „aus den Augen aus dem Sinn„. Wir tragen auch Verantwortung für die Orte, an denen der Atommüll dann landen soll.

Infos: www.ag-schacht-konrad.de

Aber auch ohne diese eher politischen, genehmigungsrechtlichen Probleme wirft das Konzept „Schacht Konrad“ für die Begleitgruppe folgende wesentlichen Fragen auf: Ursprünglich war die Inbetriebnahme für 2014 geplant. Doch immer wieder stießen die Betreiber bei den Ausbaumaßnahmen auf unerwartete technische Probleme. Aufgrund „erheblichen Sanierungsbedarfs bei den Schächten und der Hauptstrecke unter Tage“ bestätigte das Bundesumweltministerium im Mai 2013 eine Verzögerung bis mindestens 2021. Als neuen berechneten Termin für die Inbetriebnahme des Endlagers hat die DBE das Jahr 2022 angegeben. Dieser Termin sei nach Einschätzung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) jedoch mit Unsicherheiten behaftet. Und selbst wenn es ein Endlager geben wird, ist mit erheblichen logistischen Verzögerungen zu rechnen, denn alle Standorte wollen ihren Atommüll loswerden und mindestens für die staatlichen Einrichtungen muss vom BUND das Geld zur Verfügung gestellt werden. Dass Geesthacht dann als Erstes dran ist, bezweifeln wir. Die  Begleitgruppe geht daher von einer jahrelangen, ja eventuell sogar jahrzehntelangen Lagerung der Atommüllbehälter in der so genannten Transportbereitstellungshalle aus. Wir fordern ein Höchstmaß an Sicherungs- und Überwachungsmaßnahmen, um eine Gefährdung auch bei solch langen Lagerungsdauern auszuschließen. Die HZG reagiert bisher auf diese Forderung mit der Aussage, man stelle bei allen Vorhaben die Sicherheit an erste Stelle, das Forschungszentrum werde für einen maximalen Schutz der Mitarbeiter und Bevölkerung sorgen.

Stand 28.09.2014

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HZG-Dialog geht an die Öffentlichkeit: Stand der Dinge und wie es weiter geht

Alle Atomanlagen abschalten jetzt und sofort – vor dem Hintergrund von Majak, Sellafield, Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima und der weiterhin ungelösten Endlagerfrage eine Forderung, die weiterhin Bestand hat!!

Doch leider ist mit dem Abschalten nicht das Ende des atomaren Wahnsinns erreicht. Denn weiterhin bleibt die Frage, was mit dem resultierenden Strahlenmüll geschehen soll, bleiben Detailfragen über Stilllegungsstrategien, Freimessung und Konditionierung.

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Nächste öffentliche Veranstaltung im HZG-Dialog 8. Mai 19:00 Uhr im HZG-Hörsaal

Busshuttle ab ZOB Geesthacht 18:30

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Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht (besser bekannt unter GKSS) hat den Betrieb seines Atomforschungsreaktors und damit die Atommüllproduktion eingestellt. Im Gegensatz zu dem eher dünnen, gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungsverfahren hat der Betreiber seit Oktober 2012 ein Dialogprozess mit AnwohnerInnen, Umweltverbänden und Anti-Atom-Initiativen auf den Weg gebracht. LAgAtom ist Teil der Begleitgruppe und sieht den bisherigen Beteiligungsprozess positiv. Das heißt aber nicht, dass sich nun alle zurück lehnen können und sollen nach dem Motto „die machen das schon“. Uns ist es hingegen wichtig, dass möglichst viele Menschen den Rückbau der Forschungsanlagen kritisch begleiten und sich mit ihren Ideen einbringen. Eine Gelegenheit dazu ist die öffentliche Veranstaltung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Begleitgruppe „Stilllegung Atomanlagen des HZG (ehem. GKSS)“ am 8. Mai 2014, bei der es unter anderem auch um die ersten wichtigen Beteilgungsschritte im Rahmen des gesetzlichen Verfahrens geht, also um Eure Möglichkeit, Einfluss zu nehmen.

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Antrag auf Stilllegung eingereicht – und jetzt?

Wie geht es bei der Stilllegung des Forschungsreaktors und dem geplanten Abbau der kerntechnischen Einrichtungen des ehemaligen GKSS-Forschungszentrums weiter? Wie wird die Öffentlichkeit beteiligt sein und was soll mit den anfallenden radioaktiven Abfällen geschehen?

Über diese Fragen diskutiert auf Initiative des Helmholtz-Zentrums Geesthacht auf der Basis eines konsensorientierten Dialogprozesses eine Begleitgruppe aus BürgerInnen und Umweltgruppen seit nunmehr eineinhalb Jahren.

Inzwischen ist im Rahmen dieses Dialogs der Antrag zur Stilllegung des Forschungsreaktors (FRG1) und der Abbau der Forschungsreaktoranlage und des Heißen Labors bei der zuständigen Atomaufsicht in Kiel gestellt worden.

Grund genug, erneut mit einer öffentlichen Veranstaltung der Dialogpartner HZG und Begleitgruppe zu informieren und sich den Fragen und kritischen Anregungen der BürgerInnen und Interessierten zu stellen.

Informieren wollen wir über den Stand der Dinge und über das weitere atomrechtlich festgelegte Vorgehen. Daher haben wir Vertreter der Atomaufsichtsbehörde Kiel und Gutachter eingeladen, die im Rahmen des Genehmigungsverfahrens die geplanten Abbau-Maßnahmen sicherheitstechnisch und rechtlich zu prüfen haben.

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Weiter Infos  zum Thema HZG-Dialog:

auf unserer Seite

auf Umweltfairaendern

beim Helmholtz-Zentrum Geesthacht

 

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ESSO – hier sollten Sie nicht Tanken!

Pressemitteilung
zur Aktion am Samstag dem 12.4.2014 in Lüneburg

Mit Transparenten, Flyern und Infotisch machten Aktivisten der Anti-Fracking-BI´s aus Lüneburg und Uelzen Autofahrer und Passanten an der Esso-Tankstelle in Lüneburg darauf aufmerksam. Warum nicht? „Esso ist eine 100%-ige Tochter von ExxonMobil.“ antwortet dazu Bernd Ebeling von der BI Uelzen „ Exxon verfolgt besonders hartnäckig die Zulassung der hochgefährlichen, umstrittenen Fracking-Technologie! Außerdem hat Exxon bislang in Deutschland die meisten Fracs durchgeführt.“
Gerade angesichts der erneuten Diskussion um die russischen Gaslieferungen ist es wichtig, die Energiewende und damit die Abkehr von fossilen Brennstoffen mit allen Kräften voran zu treiben. „Das Auspressen der allerletzten Gasreserven mittels Verfahren, die schon im sogenannten „konventionellen“ Betrieb in großen Mengen hochproblematisches Abwasser erzeugt, verfestigt nur den falschen Weg.“ sagt Petra Kruse-Runge der Gruppe „Wir gegen fracking“ vom BUND in Lüneburg. „Wir brauchen die Energiewende von unten, aus Bürgerhand, denn wir sehen an ExxonMobil deutlich, dass bei den Konzernen nur der Gewinn eine Rolle spielt.“
Um die Erkundungsfelder in den Landkreisen Lüneburg und Uelzen hat es schon mehrfach Diskussionen gegeben, nachdem trotz der Ablehnung in den Kreistagen die Landesbergbaubehörde (LBEG) amerikanischen Großkonzernen die Aufsuchungserlaubnis erteilt hat. Die Bürgerinitiativen sehen klare Verfahrensfehler, fordern die Rücknahme der Erlaubnis und ein sofortiges Verbot der Fracking-Technologie!

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„Kommen Sie da runter…“ – Eichhörnchenlesung

Cécile, das EichhörnchenLesung mit Kletteraktivistin Cécile Lecomte

Montag, 14. April 2014, 19:00 Uhr
„Freiraum“ – Vierorten

„Kommen Sie da runter!“ – das ist der Satz, den die in Deutschland lebende Französin Cécile Lecomte, bei  ihren politischen Aktionen „am öftesten“ hört. Er wird von der Polizei ausgesprochen und zeigt zugleich deren Verwirrung und Ohnmacht, wenn sie  den Bütteln des Atomstaats mit unzähligen Kletteraktionen auf der Nase herumtanzt.

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1. Fukushima-Mahnwache 2014

Mahnwache am 10.03.2014 in LüneburgAm gestrigen Montag, dem 10.03.2014 fand mit rund 45 Menschen eine wieder einmal beeindruckende Mahnwache am Platz „Am Sande“ vor der Industrie- und Handelskammer statt.

Auch drei Jahre nach Beginn der Mega-Katastrophe trafen sich die Menschen, tief beeindruckt und bewegt, um der Opfer der Natur- und menschengemachten Katastrophe zu gedenken.

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Atomkraft ist ein Verbrechen…

Ich habe begonnen, darüber nachzudenken, wie man diesem Risiko effektiv begegnet, wie man das Risiko einer Massenvernichtung mit hundertprozentiger Sicherheit verhindert. (…) Mir ist klar geworden, dass wir eine Gesellschaft aufbauen müssen, welche die Atomkraft nicht nutzt.
Ex-Premierminister Naoto Kan1

Wenn die LDP [die Partei, die derzeit Japan regiert] sich dazu entschließen könnte, von der Atomkraft abzurücken, dann wären sämtliche Parteien für diese Politik, denn die Opposition unterstützt jetzt schon diesen Weg.
Was für ein großartiges, wundervolles Projekt wäre das! [Der Premierminister] kann seine Macht dazu einsetzen, die natürlichen Ressourcen zu nutzen. Es gibt keinen anderen Premierminister, der ein derartiges Glück gehabt hätte.
Ex-Premierminister Junichiro Koizumi2

Der Mythos, dass die Atomkraft sauber und sicher sei, ist in sich zusammengefallen. Wir haben nicht einmal einen Ort, an dem wir den Atommüll lagern könnten. Ohne diesen wäre ein Neustart der AKWs aber ein Verbrechen gegen künftige Generationen.
Ex-Premierminister Morihiro Hosokawa3

Der weitere Betrieb von Atomkraftwerken ist ein Verbrechen

Gedanken zum dritten Jahrestag der dreifachen Kernschmelze in Fukushima Daiichi von nepomuk311

Fukushima jährt sich dieser Tage zum dritten Mal. Noch immer setzt sich der Unfall fort, noch immer gelangt radioaktives Wasser in die Umwelt, das mit den geschmolzenen Brennelementen in Berührung gekommen ist. Damit ist eine Situation eingetreten, in der ein Unfall der INES Stufe 3 (im besten Fall) in drei unterschiedlichen Reaktoren jeden Tag stattfindet, jeden Tag stattgefunden hat, seit dem 11. März 2011 also 3.285 mal – all dies wird verdeckt durch eine einmalige Kategorisierung des Unfalls in 3 Reaktoren als INES Stufe 7. Der jetzt eingetretene Fall kann mit der vorhandenen Wertungsskala also nur unzureichend beschrieben werden, denn er ist so nie vorhergesehen worden. Vieles am Geschehen in Fukushima ist nie vorhergesehen worden. Vorhergesehen wurde nur eins: Atomkraft sei sicher.

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Aufruf: Energiewende retten! – Anreise aus Lüneburg

Sonne und Wind statt Fracking, Kohle und Atomenergiewende_2203_2014_125q

Die neue Bundesregierung plant einen Frontalangriff auf die Energiewende. Nach der Photovoltaik soll es jetzt der Windkraft an den Kragen gehen. Der Zubau der Erneuerbaren Energien droht mit einem Ausbaudeckel und massiven Förderkürzungen abgewürgt zu werden. Stattdessen setzt Schwarz-Rot auf Atom- und Kohlekraft – etwa mit neuen Subventionen, die verhindern, dass alte Kohlemeiler eingemottet werden.

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Fukushima mahnt

Mahnwachen bundesweit am 10. März 2014

Drei Jahre dauert die Katastrophe in Japan schon an – und erst allmählich wird ihr wahres Ausmaß sichtbar: kontaminierte Gebiete, Gesundheitsschäden und noch immer heiße Reaktoren, die jederzeit wieder außer Kontrolle geraten können. Auch bei uns laufen noch neun AKW; schon denken die ersten wieder offen über Laufzeitverlängerungen nach. Fukushima jedoch mahnt: Alle Atomkraftwerke abschalten.

Die Lüneburger Mahnwache im Rahmen der bundesweiten Aktion findet am 10.März ab 18:00 vor der IHK Am Sande statt.

 

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Atommüll-Sorgenbericht hier in Lüneburg

Plakat-Veranstaltung-Atommüll-Sorgenbericht-webmailAtommüll macht Sorgen… Und zwar gewaltig viele und vor allem an unglaublich vielen Orten in der Bundesrepublik!

Aus diesem Grund organisiert das LAgAtom eine sehr umfassende Informationsveranstaltung mit Peter Dickel, DEM Fachmenschen vom Standort und der gleichnamigen AG „Schacht Konrad“!

Am Freitag, den 7. März 2014
um 19:30 Uhr
im Wasserturm Lüneburg
Eintritt ist kostenlos
über viele Spenden freuen wir uns aber…

 

Anlass ist die Veröffentlichung des so genannten „Atommüll-Sorgenberichts“ der Atommüllkonferenz zum Ende des letzten Jahres.
Dabei legte eine Arbeitsgruppe der Atommüllkonferenz 2013 eine Bestandsaufnahme zu 90 bestehenden Atommüll-Lagerstätten in der Bundesrepublik vor. Hinzu kommen noch die rund 1.900 Uran-Abbau und Abraumstätten der ehemaligen DDR. Sie alle werden in dem umfassenden Bericht auf über 270 Seiten detailliert beschrieben.
Der Sorgenbericht macht deutlich, dass das Atommüllproblem flächendeckend akut ist. Ebenso wird klar, dass von einer „weißen Landkarte“ bei der Endlagersuche nicht zu sprechen ist.
Dabei sorgen sich nicht nur die AtomkritikerInnen, sondern politische Akteure geben unumwunden zu, dass es nie einen Standort geben wird, der bereit ist, eine solche Anlage freiwillig aufzunehmen. Es geht also beim Parteienkonsens nicht um einen Konsens mit den Betroffenen – es soll letztlich ein Standort mit Gewalt durchgesetzt werden.
Wir plädieren dagegen für ein Vorgehen, das die realen und akuten Gefahren des Atommülls zum Ausgangspunkt macht, statt sie zu leugnen. Leitgedanken müssen sicherheitstechnische und nicht politische oder finanzielle Beweggründe sein. Voraussetzung dafür ist das Eingeständnis von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, dass es keine Lösung für die sichere Atommülllagerung für Millionen von Jahren geben kann. Die Diskussion über die am wenigsten falsche Problemlösung muss transparent in der gesamten Gesellschaft stattfinden und zu selbstbestimmten Entscheidungen führen.

 

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Informationsveranstaltung „Gorleben bleibt?!“

Infover_EdlerDie „Donnerstagsgruppe gegen Atomkraft“ läd ein:

Am Donnerstag, den 20. Februar 2014 kommt Mathias Edler (Greenpeace) in den „Freiraum“ (Salzstr. 1), um zu aktuellen Neuigkeiten zum Endlagersuchgesetz, der Endlagerkommission und zu weiteren Atomtransporten zu referieren.

Interessant  vor allem vor dem Hintergrund, dass sich die Anti-Atom-Bewegung und die großen Umweltverbände nach wie vor weigern an der Endlagerkommission teilzunehmen – und dies aus gutem Grund. In diesem Zusammenhang ist es auch interessant, wie mit künftigen Atommüll-Fuhren aus den Plutoniumanlagen in Sellarfield und La Hague verfahren wird. Denn verfahren ist hier das richtige Wort: Das unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit vom Schleswig-Holsteinischen Umweltminister zur Verfügung gestellte Zwischenlager in Brunsbüttel hat zwischenzeitlich seine Betriebsgenehmigung entzogen bekommen. Das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht (OVG) entschied Ende 2013 in einem nicht minder von der Öffentlichkeit wahrgenommenen Urteil, dass wichtige Gefährdungspotenziale (Absturz eines A380 oder terroristische Angriffe) nicht in der Gefahrenanalyse berüchsichtigt wurden…

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